Stellungnahmen

Stellungnahme zu den Pressemitteilungen über die Umbenennung des Jahnplatzes in „Platz der Kinderrechte“ – Lüdenscheid, 07.07.2020

Wir, der Kinderschutzbund O.V. Lüdenscheid, möchten mit dieser Stellungnahme die Thematik der Umbenennung des Jahnplatzes in „Platz der Kinderrechte“ erläutern und unsere Gedanken gegenüber den getätigten Aussagen darstellen.

Der Wunsch zur Umbenennung geschah aufgrund unseres Briefes an alle Fraktionsvorsitzenden des Lüdenscheider Stadtrates. Grund für unser Schreiben sind die jahrzehntelangen Ziele des Kinderschutzbundes, die Kinderrechte als Teil des deutschen Grundgesetzes aufzunehmen.

Dies ist in der aktuellen Situation, geprägt durch die Belastungen der COVID-19 Pandemie und den daraus resultierenden Belastungen vieler Familien und ihrer Kinder, der Aufdeckung des tausendfachen Kindesmissbrauches in Münster, Lüdge und anderen Städten und vielen anderen familienpolitischen Themen wichtiger denn je. Kinder sind unsere Zukunft und verdienen jeden Schutz und jede Förderung, die wir ihnen ermöglichen können. Für dieses Ziel ist der Platz der Kinderrechte ein gutes und wichtiges Zeichen. Unterstützt wird unser Vorhaben durch Städte wie Düsseldorf, Hamburg oder Köln, die bereits einen Platz der Kinderrechte eröffnet haben.

Bei der Suche nach einem geeigneten Ort war uns vor allem wichtig, dass dieser Platz über einen direkten Bezug zu Kindern in Lüdenscheid verfügt. Dies ist am Jahnplatz, wie an keinem anderen Ort in Lüdenscheid, gegeben. Das Familienzentrum der KiTa Regenbogen gilt bereits seit 2016 als wichtige Anlaufstelle für Kinder. Zudem soll an diesem Ort eine Wohngruppe des Johannes-Busch-Hauses entstehen. Diese Einrichtung soll Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen ein Zuhause schenken und ihnen ein selbständiges Leben ermöglichen. Neben diesen beiden wichtigen Institutionen ist auf diesem Platz auch ein Spielplatz geplant und nicht zuletzt liegt der Sitz des Kinderschutzbundes angrenzend des Jahnplatzes. Deshalb setzen wir uns weiter dafür ein, dass der Jahnplatz in „Platz der Kinderrechte“ umbenannt wird und nicht ein anderer Ort wie beispielsweise ein genannter Platz in der Altstadt, der diese Kriterien nicht erfüllt.

Daher haben wir die Entscheidung des Hauptausschusses, unserem Wunsch stattzugeben, sehr begrüßt. 

Umso mehr wundern wir uns über die Diskussion, die im Nachhinein entstanden ist. Auf dem Jahnplatz befinden sich vier Einfamilienhäuser, die Kita Regenbogen sowie die zukünftige Wohngruppe des Johannes-Busch-Hauses. Wir bedauern es sehr, dass aufgrund dieser fehlenden Kommunikation im Vorhinein ein falsches Bild unseres Handelns entstanden ist. Dies war zu keiner Zeit unsere Absicht. Eine Umbenennung jetzt im Nachhinein deswegen zu verhindern, halten wir jedoch für das falsche Vorgehen. Denn wir sind weiterhin der Meinung, dass der Jahnplatz der perfekte Ort der Kinderrechte ist. Stattdessen möchten wir einen Dialog anregen, in dessen Verlauf Möglichkeiten gefunden werden können, die Aufwendungen einer Umbenennung so klein wie möglich zu halten.

Bei der aktuellen Diskussion fehlt uns zudem die gebotene Sachlichkeit. So verbieten wir uns einen Vergleich des Platzes mit seinem neuen Titel mit anderen Straßennamen, die in der Diktatur der DDR entstanden sind. Wir weisen deswegen die Kommentare des CDU-Vorsitzenden Ralf Schwarzkopf mit aller Entschiedenheit zurück. Stattdessen wünschen wir uns, dass die Diskussion wieder sachlich und konstruktiv geführt wird, damit für alle Beteiligten eine Lösung gefunden werden kann. Der Kinderschutzbund war und ist immer auf ein gutes Miteinander und Klima in der Stadt Lüdenscheid bedacht.