Stellungnahmen

Pressemitteilung zum Weltkindertag am 20.09.2021 – Der Kinderschutzbund OV Lüdenscheid e.V.

Am Weltkindertag, 20.09.2021 macht der Kinderschutzbund bundesweit auf die Belange der Kinder aufmerksam. Dieses Jahr lautet das Motto „Kinder haben Armut nicht gewählt“

Der Kinderschutzbund fordert mehr Entschlossenheit bei der Bekämpfung von Kinderarmut. “Nach der UN-Kinderrechtskonvention haben alle Kinder das Recht auf ein Aufwachsen in sozialer Sicherheit. Die staatliche Gemeinschaft muss diese Sicherheit geben können“, heißt es in einer Resolution, die der Kinderschutzbund Anfang September einstimmig beschlossen hat.

Darin wird eine Gesamtstrategie gegen Kinderarmut gefordert. Besonders wichtig: die Forderung nach einem Investitionspaket „Kinder-Infrastruktur“
sowie die Kindergrundsicherung. Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbunds: „Wir nehmen seitens der Politik ein gestiegenes
Bewusstsein für das Problem Kinderarmut wahr. Das reicht aber nicht, es müssen Taten folgen! Wir erwarten, dass in der nächsten Legislaturperiode eine auskömmliche Kindergrundsicherung eingeführt wird. Es ist höchste Zeit.“

Wir erleben oft Vorurteile gegenüber Familien, die in Armut leben. Unsere Erfahrungen aus der Praxis zeigen aber, dass die Eltern nur das Beste für ihre
Kinder wollen. Alle Menschen und vor allem Kinder verdienen es mit Respekt und Wertschätzung behandelt zu werden.
Im Hinblick auf die Bundestagswahl appelliert der Kinderschutzbund die Interessen und Bedürfnisse der Kinder mitzudenken.

Pressemitteilung – Berlin, 07.09.2021 – Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.

Der Kinderschutzbund verleiht Prof. Dr. Sabine Andresen das goldene Ehrenzeichen

Damit zeichnet der Verband die Leistungen von Sabine Andresen bei der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder aus.

Der Präsident des Kinderschutzbunds, Heinz Hilgers: „Sabine Andresen trägt mit ihrer Arbeit dazu bei, dass wir Kinder präventiv besser schützen können. Strukturelle Schwächen können durch ihre Forschung identifiziert und beseitigt werden. Damit leistet Sabine Andresen einen wertvollen Beitrag für den Kinderschutz“. Im Rahmen der Kinderschutztage in Hannover verlieh Heinz Hilgers am Samstagabend in Anwesenheit des Bundesvorstands und vieler Mitglieder des Verbands Sabine Andresen die Auszeichnung. Das goldene Ehrenzeichen ist die höchste Auszeichnung des Kinderschutzbunds und wird höchstens einmal jährlich vergeben. Trägerinnen des goldenen Ehrenzeichens sind unter anderem Christine Bergmann und Prof. Dr. Rita Süssmuth.

Seit 2016 ist Prof. Dr. Sabine Andresen ehrenamtlich Vorsitzende der „Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“. Außerdem ist sie Mitglied im Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Ihre Motivation: „Mit der Aufarbeitung hoffe ich, dass wir lernen, Schutz und Selbstbestimmung von Kindern besser gewährleisten zu können.“ Andresen ist seit 2011 ehrenamtlich Vizepräsidentin des Kinderschutzbunds. Für den Kinderschutzbund leitete sie von 2014 bis 2016 eine Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung. Die interne Arbeitsgruppe brachte einen Aufarbeitungsprozess in Gang und wurde in eine Strukturkommission überführt.

 

Pressemitteilung – Berlin, 06.09.2021 – Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.

Der Kinderschutzbund kämpft geschlossen gegen Kinderarmut.

In der Resolution heißt es: „Nach der UN-Kinderrechtskonvention haben alle Kinder das Recht auf ein Aufwachsen in sozialer Sicherheit. Die staatliche Gemeinschaft muss diese Sicherheit geben können. Deshalb gehören die Kindergrundsicherung und ein Investitionspaket ‚Kinder-Infrastruktur‘ als prioritäre Vorhaben in den Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung.“

 

Die Corona-Pandemie verschärfte die finanzielle Situation vieler Familien. Das zeigt sich in einem deutlichen Anstieg derjenigen, die Leistungen beziehen müssen, um ihr Existenzminimum zu sichern. „Darauf müssen wir jetzt entschieden reagieren. Zu den tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen kommt eine erhebliche Dunkelziffer an in Armut lebenden Kindern“, so Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbunds.

 

Im Rahmen der Kinderschutztage kamen am vergangenen Wochenende Kinderschützer*innen aus ganz Deutschland im Congress Centrum in Hannover zusammen. Auf der Mitgliederversammlung am Samstag wurden auch die Auswirkungen der Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche sowie den Verband diskutiert. In einem Zwischenruf forderte der Kinderschutzbund Rechte, Gesundheit und Schutz von Kindern endlich zu priorisieren.

 
 

 

Pressemitteilung – Wuppertal, 25.03.2021 – Deutscher Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. 

Kinderschutzbund fordert: „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“ 

Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers: „Der aktuell vorliegende Gesetzentwurf der Bundesregierung ist für uns nicht akzeptabel. Kommt die Grundgesetzänderung in der vorgeschlagenen Form, bedeutet das eine Verschlechterung der Rechtsstellung der Kinder in unserem Land. Der Gesetzentwurf fällt hinter die EU-Grundrechtecharta, die UN-Kinderrechtkonvention sowie die ständige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zurück.“

Prof. Dr. Gaby Flösser, die Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes in Nordrhein-Westfalen, fügt hinzu: „Für die konkrete Kinderschutzarbeit in NRW brauchen wir echte Kinderrechte im Grundgesetz. Kindern darf nicht nur rechtliches Gehör zustehen. Sie brauchen umfassende Beteiligungsrechte nicht nur in Strafverfahren, sondern auch in der Verwaltung. Wer Kinder wirksam schützen möchte, für den muss das Kindeswohl ein vorrangig zu berücksichtigender Gesichtspunkt sein. Und für eine kinderfreundliche Gesellschaft brauchen wir eine Verpflichtung des Staates, für kindgerechte Lebensbedingungen Sorge zu tragen. Das alles wird durch den Vorschlag der Bundesregierung nicht eingelöst“

Der gemeinsame Appell „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“ mit einer Liste aller unterzeichnenden Organisationen kann hier heruntergeladen werden.


Pressemitteilung vom 19.11.2020 – Internationaler Tag der Kinderrechte am 20. November

„Ein Klaps auf dem Po hat noch niemandem geschadet“?

Jeder Sechste hält Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht

Vor 20 Jahren, am 8. November 2000, trat in Deutschland das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung in Kraft. Trotz positiver Trends sehen viele Menschen in Deutschland körperliche Bestrafung weiter als angebracht an. Das zeigt eine neue repräsentative Studie von Forscherinnen und Forschern der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm um den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. med. Jörg Fegert im Auftrag von Kinderschutzbund und UNICEF. Weiter: 2020_11_19_Tag der Kinderrechte

Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder – 14.09.2020


Der Kinderschutzbund kritisiert die kurze Frist zur Abgabe einer Stellungnahme. In demokratisch verfassten NGOs ist die erforderliche Beteiligung der Entscheidungsgremien in einer solch kurzen Frist nicht möglich. In der Stellungnahme beschränken wir uns deshalb auf grundsätzliche Erwägungen ohne detailliert zu den einzelnen Bestimmungen des Gesetzentwurfes Stellung zu nehmen.

Die Stellungnahme finden Sie hier.

Stellungnahme zu den Pressemitteilungen über die Umbenennung des Jahnplatzes in „Platz der Kinderrechte“ – Lüdenscheid, 07.07.2020

Wir, der Kinderschutzbund O.V. Lüdenscheid, möchten mit dieser Stellungnahme die Thematik der Umbenennung des Jahnplatzes in „Platz der Kinderrechte“ erläutern und unsere Gedanken gegenüber den getätigten Aussagen darstellen.

Der Wunsch zur Umbenennung geschah aufgrund unseres Briefes an alle Fraktionsvorsitzenden des Lüdenscheider Stadtrates. Grund für unser Schreiben sind die jahrzehntelangen Ziele des Kinderschutzbundes, die Kinderrechte als Teil des deutschen Grundgesetzes aufzunehmen.

Dies ist in der aktuellen Situation, geprägt durch die Belastungen der COVID-19 Pandemie und den daraus resultierenden Belastungen vieler Familien und ihrer Kinder, der Aufdeckung des tausendfachen Kindesmissbrauches in Münster, Lüdge und anderen Städten und vielen anderen familienpolitischen Themen wichtiger denn je. Kinder sind unsere Zukunft und verdienen jeden Schutz und jede Förderung, die wir ihnen ermöglichen können. Für dieses Ziel ist der Platz der Kinderrechte ein gutes und wichtiges Zeichen. Unterstützt wird unser Vorhaben durch Städte wie Düsseldorf, Hamburg oder Köln, die bereits einen Platz der Kinderrechte eröffnet haben.

Bei der Suche nach einem geeigneten Ort war uns vor allem wichtig, dass dieser Platz über einen direkten Bezug zu Kindern in Lüdenscheid verfügt. Dies ist am Jahnplatz, wie an keinem anderen Ort in Lüdenscheid, gegeben. Das Familienzentrum der KiTa Regenbogen gilt bereits seit 2016 als wichtige Anlaufstelle für Kinder. Zudem soll an diesem Ort eine Wohngruppe des Johannes-Busch-Hauses entstehen. Diese Einrichtung soll Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen ein Zuhause schenken und ihnen ein selbständiges Leben ermöglichen. Neben diesen beiden wichtigen Institutionen ist auf diesem Platz auch ein Spielplatz geplant und nicht zuletzt liegt der Sitz des Kinderschutzbundes angrenzend des Jahnplatzes. Deshalb setzen wir uns weiter dafür ein, dass der Jahnplatz in „Platz der Kinderrechte“ umbenannt wird und nicht ein anderer Ort wie beispielsweise ein genannter Platz in der Altstadt, der diese Kriterien nicht erfüllt.

Daher haben wir die Entscheidung des Hauptausschusses, unserem Wunsch stattzugeben, sehr begrüßt. 

Umso mehr wundern wir uns über die Diskussion, die im Nachhinein entstanden ist. Auf dem Jahnplatz befinden sich vier Einfamilienhäuser, die Kita Regenbogen sowie die zukünftige Wohngruppe des Johannes-Busch-Hauses. Wir bedauern es sehr, dass aufgrund dieser fehlenden Kommunikation im Vorhinein ein falsches Bild unseres Handelns entstanden ist. Dies war zu keiner Zeit unsere Absicht. Eine Umbenennung jetzt im Nachhinein deswegen zu verhindern, halten wir jedoch für das falsche Vorgehen. Denn wir sind weiterhin der Meinung, dass der Jahnplatz der perfekte Ort der Kinderrechte ist. Stattdessen möchten wir einen Dialog anregen, in dessen Verlauf Möglichkeiten gefunden werden können, die Aufwendungen einer Umbenennung so klein wie möglich zu halten.

Bei der aktuellen Diskussion fehlt uns zudem die gebotene Sachlichkeit. So verbieten wir uns einen Vergleich des Platzes mit seinem neuen Titel mit anderen Straßennamen, die in der Diktatur der DDR entstanden sind. Wir weisen deswegen die Kommentare des CDU-Vorsitzenden Ralf Schwarzkopf mit aller Entschiedenheit zurück. Stattdessen wünschen wir uns, dass die Diskussion wieder sachlich und konstruktiv geführt wird, damit für alle Beteiligten eine Lösung gefunden werden kann. Der Kinderschutzbund war und ist immer auf ein gutes Miteinander und Klima in der Stadt Lüdenscheid bedacht.

Angeordnete Isolierung von Kindern mit Corona-Verdacht verletzt Kinderrechte

Berlin, 31.07.2020 Den Kinderschutzbund erreichen aktuell Berichte, dass Gesundheitsämter die Isolierung von unter Corona-Verdacht stehenden Kindern im eigenen Haushalt anordnen. Auch sehr junge Kinder sollen demnach getrennt vom Rest der Familie in ihrem eigenen Zimmer aufhalten. In mindestens einem Fall, der uns vorliegt, wird der Familie bei Zuwiderhandlung mit der Herausnahme aus der Familie des 8-jährigen Kindes gedroht.

Hierzu erklärt Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers: 

„Die Situation der Quarantäne ist für Familien, insbesondere für Kinder ohnehin sehr belastend. Kinder in dieser Phase von ihren Eltern und Geschwistern zu isolieren, ist eine Form psychischer Gewalt. Der Kinderschutzbund empfindet diese Maßnahmen als unverhältnismäßig und nicht hinnehmbar. Die Drohung mit dem scharfen Schwert der Herausnahme und Unterbringung auf einer Isolierstation, verunsichert zudem Familien nachhaltig. Ganz sicher müssen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie getroffen werden. Dies lässt sich aber auch regeln, indem man den gesamten Haushalt oder doch zumindest noch ein sorgeberechtigtes Elternteil in die Quarantäne-Maßnahmen einbezieht. Ich rufe die kommunalen Verantwortungsträgerinnen und –träger auf, in allen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie dem Kindeswohl und den Kinderrechten Vorrang einzuräumen.“ 

Siehe:  https://www.dksb.de/de/artikel/detail/pm-angeordnete-isolierung-von-kindern-mit-corona-verdacht-verletzt-kinderrechte/