Stellungnahmen

Pressemitteilung vom 19.11.2020 – Internationaler Tag der Kinderrechte am 20. November

„Ein Klaps auf dem Po hat noch niemandem geschadet“?

Jeder Sechste hält Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht

Vor 20 Jahren, am 8. November 2000, trat in Deutschland das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung in Kraft. Trotz positiver Trends sehen viele Menschen in Deutschland körperliche Bestrafung weiter als angebracht an. Das zeigt eine neue repräsentative Studie von Forscherinnen und Forschern der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm um den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. med. Jörg Fegert im Auftrag von Kinderschutzbund und UNICEF. Weiter: 2020_11_19_Tag der Kinderrechte

Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder – 14.09.2020


Der Kinderschutzbund kritisiert die kurze Frist zur Abgabe einer Stellungnahme. In demokratisch verfassten NGOs ist die erforderliche Beteiligung der Entscheidungsgremien in einer solch kurzen Frist nicht möglich. In der Stellungnahme beschränken wir uns deshalb auf grundsätzliche Erwägungen ohne detailliert zu den einzelnen Bestimmungen des Gesetzentwurfes Stellung zu nehmen.

Die Stellungnahme finden Sie hier.

Stellungnahme zu den Pressemitteilungen über die Umbenennung des Jahnplatzes in „Platz der Kinderrechte“ – Lüdenscheid, 07.07.2020

Wir, der Kinderschutzbund O.V. Lüdenscheid, möchten mit dieser Stellungnahme die Thematik der Umbenennung des Jahnplatzes in „Platz der Kinderrechte“ erläutern und unsere Gedanken gegenüber den getätigten Aussagen darstellen.

Der Wunsch zur Umbenennung geschah aufgrund unseres Briefes an alle Fraktionsvorsitzenden des Lüdenscheider Stadtrates. Grund für unser Schreiben sind die jahrzehntelangen Ziele des Kinderschutzbundes, die Kinderrechte als Teil des deutschen Grundgesetzes aufzunehmen.

Dies ist in der aktuellen Situation, geprägt durch die Belastungen der COVID-19 Pandemie und den daraus resultierenden Belastungen vieler Familien und ihrer Kinder, der Aufdeckung des tausendfachen Kindesmissbrauches in Münster, Lüdge und anderen Städten und vielen anderen familienpolitischen Themen wichtiger denn je. Kinder sind unsere Zukunft und verdienen jeden Schutz und jede Förderung, die wir ihnen ermöglichen können. Für dieses Ziel ist der Platz der Kinderrechte ein gutes und wichtiges Zeichen. Unterstützt wird unser Vorhaben durch Städte wie Düsseldorf, Hamburg oder Köln, die bereits einen Platz der Kinderrechte eröffnet haben.

Bei der Suche nach einem geeigneten Ort war uns vor allem wichtig, dass dieser Platz über einen direkten Bezug zu Kindern in Lüdenscheid verfügt. Dies ist am Jahnplatz, wie an keinem anderen Ort in Lüdenscheid, gegeben. Das Familienzentrum der KiTa Regenbogen gilt bereits seit 2016 als wichtige Anlaufstelle für Kinder. Zudem soll an diesem Ort eine Wohngruppe des Johannes-Busch-Hauses entstehen. Diese Einrichtung soll Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen ein Zuhause schenken und ihnen ein selbständiges Leben ermöglichen. Neben diesen beiden wichtigen Institutionen ist auf diesem Platz auch ein Spielplatz geplant und nicht zuletzt liegt der Sitz des Kinderschutzbundes angrenzend des Jahnplatzes. Deshalb setzen wir uns weiter dafür ein, dass der Jahnplatz in „Platz der Kinderrechte“ umbenannt wird und nicht ein anderer Ort wie beispielsweise ein genannter Platz in der Altstadt, der diese Kriterien nicht erfüllt.

Daher haben wir die Entscheidung des Hauptausschusses, unserem Wunsch stattzugeben, sehr begrüßt. 

Umso mehr wundern wir uns über die Diskussion, die im Nachhinein entstanden ist. Auf dem Jahnplatz befinden sich vier Einfamilienhäuser, die Kita Regenbogen sowie die zukünftige Wohngruppe des Johannes-Busch-Hauses. Wir bedauern es sehr, dass aufgrund dieser fehlenden Kommunikation im Vorhinein ein falsches Bild unseres Handelns entstanden ist. Dies war zu keiner Zeit unsere Absicht. Eine Umbenennung jetzt im Nachhinein deswegen zu verhindern, halten wir jedoch für das falsche Vorgehen. Denn wir sind weiterhin der Meinung, dass der Jahnplatz der perfekte Ort der Kinderrechte ist. Stattdessen möchten wir einen Dialog anregen, in dessen Verlauf Möglichkeiten gefunden werden können, die Aufwendungen einer Umbenennung so klein wie möglich zu halten.

Bei der aktuellen Diskussion fehlt uns zudem die gebotene Sachlichkeit. So verbieten wir uns einen Vergleich des Platzes mit seinem neuen Titel mit anderen Straßennamen, die in der Diktatur der DDR entstanden sind. Wir weisen deswegen die Kommentare des CDU-Vorsitzenden Ralf Schwarzkopf mit aller Entschiedenheit zurück. Stattdessen wünschen wir uns, dass die Diskussion wieder sachlich und konstruktiv geführt wird, damit für alle Beteiligten eine Lösung gefunden werden kann. Der Kinderschutzbund war und ist immer auf ein gutes Miteinander und Klima in der Stadt Lüdenscheid bedacht.

Angeordnete Isolierung von Kindern mit Corona-Verdacht verletzt Kinderrechte

Berlin, 31.07.2020 Den Kinderschutzbund erreichen aktuell Berichte, dass Gesundheitsämter die Isolierung von unter Corona-Verdacht stehenden Kindern im eigenen Haushalt anordnen. Auch sehr junge Kinder sollen demnach getrennt vom Rest der Familie in ihrem eigenen Zimmer aufhalten. In mindestens einem Fall, der uns vorliegt, wird der Familie bei Zuwiderhandlung mit der Herausnahme aus der Familie des 8-jährigen Kindes gedroht.

Hierzu erklärt Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers: 

„Die Situation der Quarantäne ist für Familien, insbesondere für Kinder ohnehin sehr belastend. Kinder in dieser Phase von ihren Eltern und Geschwistern zu isolieren, ist eine Form psychischer Gewalt. Der Kinderschutzbund empfindet diese Maßnahmen als unverhältnismäßig und nicht hinnehmbar. Die Drohung mit dem scharfen Schwert der Herausnahme und Unterbringung auf einer Isolierstation, verunsichert zudem Familien nachhaltig. Ganz sicher müssen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie getroffen werden. Dies lässt sich aber auch regeln, indem man den gesamten Haushalt oder doch zumindest noch ein sorgeberechtigtes Elternteil in die Quarantäne-Maßnahmen einbezieht. Ich rufe die kommunalen Verantwortungsträgerinnen und –träger auf, in allen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie dem Kindeswohl und den Kinderrechten Vorrang einzuräumen.“ 

Siehe:  https://www.dksb.de/de/artikel/detail/pm-angeordnete-isolierung-von-kindern-mit-corona-verdacht-verletzt-kinderrechte/